Himmelfahrt, 21.5., auf dem Kirchberg, openair
Pfingsten, 31.5., auf dem Kirchberg, openair
Sonntag, 14.6., auf dem Kirchberg, openair
Sonntag, 28.6., Daubringen, Kirche
Alle Gottesdienste beginnen um 10:00 Uhr, openair-Gottesdienste fallen bei Regen aus. ---------------------------------------------- Wunsch frei! (12.5.) Liebe Gemeinde, was würde ich mir wünschen, wenn Gott zu mir sagt: „Du kannst mich bitten, um was du willst. Du bekommst es.“? Hmm, ich würde schon eine Zeitlang nachdenken. Und mir fällt da eine Menge ein, gerade zurzeit. Natürlich würde ich wünschen, dass die Pandemie ein schnelles Ende findet. Meine Mutter würde ich schnell wiedersehen wollen. Gottesdienste könnten wieder ohne Einschränkung gefeiert werden, besonders die Konfirmationen, die in diesen Wochen in unseren Gemeinden dran sind. Ich hätte mir auch gewünscht, dass nicht so viel Durchgeknallte im Moment auf sich aufmerksam machen und ihre abstrusen und radikalen Ideen verbreiten wollen. So ein paar persönliche Wünsche wären auch dabei.Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist. 1. Könige 3,5.9
Himmelfahrt, 21.5., auf dem Kirchberg, openair
Pfingsten, 31.5., auf dem Kirchberg, openair
Sonntag, 14.6., auf dem Kirchberg, openair
Sonntag, 28.6., Daubringen, Kirche
Alle Gottesdienste beginnen um 10:00 Uhr, openair-Gottesdienste fallen bei Regen aus. --------------------------------------------- Gottkontakt (11.5.) Liebe Gemeinde, manchmal braucht es bei mit etwas länger, bis ein Gedanke, eine Information so richtig angekommen ist. Das hat nicht unbedingt etwas mit meiner Intelligenz zu tun, wobei ich mir da meiner Begrenztheiten ziemlich im Klaren bin. Manchmal spricht mich ein Thema aber einfach nicht gleich an. „Gottkontakt“, so lautet das Stichwort der letzten Impuls-Post, die an alle evangelischen Haushalte kurz nach Ostern von unserer Landeskirche versendet wurde. Mich hat dieser Begriff zunächst gar nicht angesprochen. Erst heute Morgen. „Ja, den dürfen wir nicht verlieren, den Kontakt zu Gott“, so schoss es mir durch den Kopf. Und ich hab‘ für mich wiedermal festgestellt, dass mein ‚Gott-Kontakt‘ sehr stark von gemeinschaftlichem Empfinden und Erleben geprägt ist. Ja, am kommenden Sonntag feiern wir wieder Gottesdienst in Daubringen. Wir kommen wieder – wenn auch in begrenzter Zahl – zum Beten, Danken, Musik hören, Loben, Hinhören, gesegnet Werden zusammen. Da wir ca. 20 Plätze (plus 10 weitere im Gemeindesaal) in der Kirche haben, zwischen denen genügend Abstand ist, wäre es gut, wenn Sie zum Gottesdienst kommen wollen, sich vorher bei uns telefonisch (Tel. 77472 oder 5399) anzumelden. Bei einer größeren Zahl an Interessierten, wird ein weiterer Gottesdienst um 11:15 Uhr stattfinden. Schon am Eingang werden wir Sie freundlich begrüßen und auf die notwendigen Regularien hinweisen. Bringen Sie bitte Ihren Mund-Nasen-Schutz mit. Wir haben allerdings auch genügend Schutze vor Ort vorrätig. Es wird vielleicht anfangs ungewohnt sein, mit den notwendigen aber sinnvollen Einschränkungen Gottesdienst zu feiern, aber Hauptsache, wir kommen wieder zusammen. Gemeinsam wieder „Gottkontakt“ haben – ich freu‘ mich drauf und freu‘ mich auf Sie und euch. Bleibt behütet und achtsam, Gott segne uns. Traugott Stein, Pfarrer Die weiteren geplanten Gottesdienste: Himmelfahrt, 21.5., auf dem Kirchberg, openair Pfingsten, 31.5., auf dem Kirchberg, openair Sonntag, 14.6., auf dem Kirchberg, openair Sonntag, 28.6., Daubringen, Kirche Alle Gottesdienste beginnen um 10:00 Uhr, openair-Gottesdienste fallen bei Regen aus. ------------------------------------------------------------ Kapitulation und Barmherzigkeit (8.5.) Liebe Gemeinde, ich kann es mir noch nicht so richtig vorstellen: jetzt gibt es weitere Lockerungen. Treffen werden – in gewissem Rahmen – wieder möglich sein. Gestern hatten wir unsere erste Kirchenvorstandssitzung. Dabei haben wir entsprechend weit auseinander gesessen, aber wir haben uns endlich mal wieder live gesehen. Das Hauptthema war ‚Wann und wie feiern wir wieder Gottesdienste?‘. Die technischen Vorgaben von Mund-Nase-Schutz, Desinfektion, Abstandsregelungen, kein Gesang u.a.m. macht es mir noch schwer, mir gottesdienstliches Geschehen vorzustellen. Dass so manches zunächst für uns fremd sein wird, das ist klar. Gerade das uneingeschränkte Begegnen und Begrüßen wird mir sehr fehlen. Ich hoffe sehr, dass durch die Hygiene und Abstandsregelungen nicht Wesentliches von dem fehlen wird, was einen Gottesdienst zum Gottesdienst macht. Eines ist bei all diesen Überlegungen und technischen Vorgaben – wie immer! – entscheidend und das ist das Wirken Gottes für und zwischen uns. Sein Geist wirkt und weht, unabhängig von unserem Zutun. Und das ist gut so! Einen Vers aus dem längsten unserer hundertfünfzig Psalmen ist uns für den heutigen Tag passend von der Herrnhuter Brüdergemeinde zugelost worden:HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe. Psalm 119,77
„Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ Matthäus 7, 12
„Suchet mich, so werdet ihr leben.“ Amos 5, 4
Macht euch die Erde untertan. Genesis 1, 28
„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit…“ Galaterbrief 5, 22
„Wie lieblich ist der Maien aus lauter Gottesgüt, des sich die Menschen freuen, weil alles grünt und blüht. Die Tier sieht man jetzt springen mit Lust auf grüner Weid, die Vöglein hört man singen, die loben Gott mit Freud.“ (EG 501, 1)
„Herr, dir sei Lob und Ehre für solche Gaben dein! Die Blüt zur Frucht vermehre, lass sie ersprießlich sein. Es steht in deinen Händen, dein Macht und Güt ist groß; drum wollst du von uns wenden Mehltau, Frost, Reif und Schloss'.
Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein, damit sich's möge schicken, fröhlich im Geist zu sein, die größte Lust zu haben allein an deinem Wort, das mich im Kreuz kann laben und weist des Himmels Pfort.
Mein Arbeit hilf vollbringen zu Lob dem Namen dein und lass mir wohl gelingen, im Geist fruchtbar zu sein; die Blümlein lass aufgehen von Tugend mancherlei, damit ich mög bestehen und nicht verwerflich sei.“ (EG 501, 2-4)
Gleich zu Anfang heißt es in den „Grundsätze zum Schutz der Gesundheit in gottesdienstlichen Versammlungen und Rahmenbedingungen für ein Infektionsschutz-Konzept vor Ort in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau“, dass der Fokus auf den gegenseitigen Schutz ausgerichtet ist und dass keine Gemeinde jetzt verpflichtet wird, Gottesdienst zu feiern. Das kann sehr wohl auch in Absprache mit Nachbargemeinden geregelt werden.
Jede Gemeinde muss für sich, je nach den Gegebenheiten des Kirchenraums schauen, wie es überhaupt möglich, zum Gottesdienst einladen und ihn dann feiern zu können. Dabei ist natürlich die Größe des Raumes mitentscheidend. Es sollen möglichst 2m Abstand zum nächsten Gottesdienstteilnehmer – außer bei Familienmitgliedern – eingehalten werden. Die Empore soll nur von Organisten genutzt werden. Dadurch wird die Zahl der Menschen, die Gottesdienst feiern wollen, schnell reduziert. Das gemeinsame Singen soll nicht praktiziert werden. Sologesang ist möglich. Mund-Nasen-Schutz sollte getragen werden und die Möglichkeit zum Händewaschen und Desinfizieren gegeben sein.
Es gibt noch ein paar weitere Bedingungen, die zu beachten sind. Die Umsetzung von all dem ist nicht eben mal so zu bewerkstelligen, das braucht Zeit, aber die Kirchenvorstände werden sich in Kürze damit befassen.
Da gibt es eine Menge zu bedenken!
Es sollte jetzt in den Gemeinden kein Wettlauf beginnen, wer zuerst wieder startet. Im Gegenteil sollte mit Ruhe und Bedacht entschieden werden, wann und wie wieder Gottesdienste abgehalten werden.
Die Kirchenleitung hat uns ausdrücklich dabei mit auf den Weg gegeben, geduldig zu sein und mit der dafür nötigen Zeit umzusetzen, was je in den Gemeinden möglich – oder auch nicht möglich – ist.
Die Gottesdienstfeiern werden deutlich anders sein als das, was ich zu Anfang beschrieben habe. Sehr wahrscheinlich wird es zeitlich kürzere Gottesdienste geben, um ggf. mehrere nacheinander zu feiern.
Für heute muss es zunächst mal zu diesem Thema reichen. Wir werden, sobald es tragfähige Entscheidungen aus den Kirchenvorständen gibt, Gemeinde informieren.
Bleibt behütet und achtsam, Gott segne uns.
Traugott Stein, Pfarrer
--------------------------------------------------- Öffnung und Verunsicherung Ihr Lieben, gestern habe ich darüber geschrieben, dass ich manches, was vor der Corona-Krise Normalität zu sein schien, in Zukunft nicht mehr haben möchte. Ich weiß aber auch, dass wir gerade in Bezug auf unser Miteinander, unsere Begegnungen und Berührungen möglichst bald wieder ‚Normalität‘ brauchen. Meine Mutter lebt im Pflegeheim. Seit über fünf Wochen dürfen wir sie nicht mehr besuchen. Dass der Schutz der älteren Menschen für diese und andere Maßnahmen im Vordergrund stand, ist völlig nachzuvollziehen. Mit der zunehmenden Dauer der Kontaktsperre wird immer deutlicher, was wir schon lange wissen, nämlich dass Isolation und fehlender Kontakt (nicht nur) für ältere Menschen schädlich bis tödlich sind. Wie groß war die Freude und die Dankbarkeit als wir letzten Samstag ein kleines Konzert dort im Pflegeheim im Innenhof gegeben haben. Die PflegerInnen hatten einen Großteil der Heimbewohner an die Fenster gebracht. Ob bei den kirchlichen oder den sogenannten weltlichen Liedern, aus so manchem Fenster wurde kräftig mitgesungen. Wir haben uns sehr gefreut, dass die Heimleitung diese Aktion unterstützt hatte. So entstand etwas Nähe - auf Distanz. Es ist wohl wie ein Hunger danach, sich zu begegnen, auszutauschen, zu berühren. Ja, es ist Mittel zum Leben, Lebensmittel. „Wenn wir die Älteren jetzt auf längere Zeit isolieren, dann sterben sie eben an Vereinsamung.“, hat kürzlich ein befreundeter Arzt gesagt. Das hört sich ebenso dramatisch wie fast schon logisch an. Ohne Kontakte geht auch der Sinn am Dasein verloren. Ich bin sehr gespannt, wie ‚wir‘ mit dem Thema Nähe und Berührung umgehen werden, wenn Öffnungen, Lockerungen und Treffen wieder ermöglicht werden. Ich befürchte, dass, wenn wirtschaftliche Prozesse und Abläufe schon länger wieder funktionieren, so manche/r noch sehr verunsichert ist, ob wir uns wieder die Hand geben, den Mundschutz abziehen oder uns gar umarmen dürfen. Ende März hatte ich geschrieben und gefragt: „Was geben wir derzeit alles auf?“, „Wie können wir wieder zur Normalität finden?“, „Welche ‚Opfer‘ sind wir noch bereit zu geben und wie lange lassen wir uns in unseren Grundrechten eingeschränkt sein?“ Beim Thema ‚Grundrechten‘ gehöre ich nicht zu denen, die Bedenken haben, dass unsere Regierung ein Interesse daran hätte, unsere Grundrechte möglichst lange oder gar dauerhaft einzuschränken. Bei den Fragen danach, was wir derzeit alles aufgeben und wie viele Opfer wir bereit sind zu geben, empfinde ich nach wie vor genau dieses Dilemma: wie viel Einschränkung ist nötig und wie viel Öffnung möglich. Es sind nach wie vor viele Unsicherheiten und fehlende verlässliche Prognosen. Mit großer Freude lese ich, dass es ab nächster Woche wieder möglich ist, Besuche – wenn auch in eingeschränktem Maße – im Pflegeheim abzustatten. Ich freu mich drauf und meine Mutter sicher auch.Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu. Prediger 9,10
Lauft so, dass ihr den Siegerpreis erlangt. 1. Korintherbrief, Kap. 9, 24
„Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.“ Hebräer 10, 35
Traugott Stein, Pfr.
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Liebe Gemeinde,
in der Andacht vom 15. April (s. unten) habe ich von meiner Ratlosigkeit und meinen Fragen in Zeiten von Corona berichtet und Sie und euch nach Ihren und euren Meinungen gefragt.
Marianne hat uns geantwortet und ich möchte ihre Gedanken - in Absprache mit ihr - heute mit Ihnen und euch teilen.
Marianne schreibt:
„Du hast in Deiner Andacht vom 15. April den Finger in eine Wunde gelegt, wie es in diesem Falle eine unschätzbare Zahl von uns Christen, aber auch Kirchenfernen getan haben und jeden Tag erneut tun. Es ist die Ratlosigkeit und Unsicherheit mit der Corona-Krise umzugehen, die uns auch die strikten Regeln und Vorgaben der Politik und der Medizin einhalten lässt, wenn auch oft zähneknirschend.
Dass die seitherigen Maßnahmen sich erfolgversprechend bewährt haben, ist nicht zu bestreiten. Ich persönlich habe auch große Hoffnung, dass all unser Tun und Lassen, gepaart mit großem Vertrauen auf Gott, hoffentlich eine nicht zu unterschätzende Nachdenklichkeit verursacht, über unsere sich immer mehr ausufernde Lebensweise. Natürlich denken wir auch an die Menschen auf der Welt, denen es schlecht geht. Wir spenden Geld und Sachwerte und wiegen uns in der Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben. Aber überzeugen wir uns auch davon, dass die dringend benötigten Brunnen,
etwa in Zentralafrika auch gebaut werden, ohne die sich die Menschen zum Schutze gegen die Viren nicht mehrmals am Tag die Hände waschen können?
Was würde Jesus machen, wenn er heute unter uns weilen würde?
Auch vor 2000 Jahren grassierten Seuchen in den jungen römischen Christengemeinden, von denen überliefert ist, dass sie sich in barmherziger Nächstenliebe um die Kranken und Sterbenden gekümmert hätten, so wie auch Jesus den Leidenden große Aufmerksamkeit und Heilung entgegengebracht habe. Es habe sich gezeigt, dass die gläubigen Menschen, die die Kranken nicht im Stich gelassen hätten, weniger Ansteckungen zu verzeichnen hatten, als die, welche vor der Ansteckung geflohen seien.
Ich denke, dass Jesus heute mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen über den Stand der Medizin dazu raten würde, diese Erkenntnisse anzunehmen, zum eigenen und zum Schutze der Gemeinschaft. Mir fällt dazu das Gleichnis ein: „Ich bin der Weinstock, ihr die Reben“. Die Reben wurden uns in der Schule als Arme Gottes erklärt, als Menschen, die mit ihren Fähigkeiten seine Befehle auf Erden ausführten.
Immer mehr Menschen sehnen sich zurzeit nach Gott und der Gemeinschaft in den Kirchen, wo sie ihre Gebete gut aufgehoben und unwidersprochen wissen. Und das ist gut so und ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft, den Kontakt auf den Boden zurückzukehren und Gottes Schöpfung zu achten, zu hegen und zu pflegen.“
Vielen Dank für deine Gedanken, Marianne.
Bleibt gesund und behütet. Gott befohlen!
Herzliche Grüße, Ronja Vinzent
Ostergruß 2020
Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat. Psalm 103, 2
Teilen Sie bitte unsere Adresse: evangelisch-kirchberg.ekhn.de
Siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wohin du auch ziehst. 1. Mose 28, 15
Evtl. lebt jemand in der Nachbarschaft, die/der das auch gerne täglich lesen würde. Vielleicht können Sie die Andacht ausdrucken und verteilen. Danke!
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Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. 1. Mose 12, 2
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„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24
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Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht` mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht` mich nicht.
Ich wünsche uns allen einen strahlenden Tag mit Hoffnung, Freude und Gottes Segen. Herzliche Grüße, Ronja VinzentIch würde gerne abhauen...ein Loch in die Mauer reißen…über den Zaun klettern und aus diesem Corona-Wahnsinn fliehen.
Mir reicht es….mit all den Kontakt-Sperren, Regeln, Verboten, geschlossenen Grenzen. Mir reicht es mit all der Einsamkeit und Zurückgezogenheit. Wie lange soll das noch so weitergehen? Wie lange halten wir es noch aus? Und was macht das mit uns?
Ich verstehe, dass es in diesen Wochen wichtig ist aufzupassen und vorsichtig im Kontakt zu sein, besonders mit Risikogruppen. Doch gleichzeitig frage ich mich, ob wir uns nicht zu sehr auf dieses eine Thema fokussieren und ob die Strategie, die wir gewählt haben, die richtige war und ist.
Solidarität, ja wir leben sie in diesen Tagen, indem wir Abstand halten. Doch unsere Solidarität endet an den eigenen Nationalgrenzen. Was ist mit all dem Leid, das außerhalb von Deutschland geschieht? Was ist mit all den Menschen, die kein Zuhause haben, in dem sie sich zurückziehen können, weil sie auf der Flucht sind, in Lagern gefangen gehalten werden oder obdachlos sind? Was ist mit all den Menschen, die ihre finanzielle Existenz in diesen Wochen verlieren? Was ist mit all der häuslichen Gewalt, die unter den aktuellen Bedingungen stark zunimmt? Wo leben wir gerade Solidarität und an welchen Stellen blenden wir unsere Verantwortung aus?
Ich bin in diesen Tagen oft ratlos und frage mich, was in Zeiten von Corona meine Aufgabe ist und welche Aufgabe Kirche insgesamt wahrnehmen sollte. Was würde Jesus wohl machen?
Ich würde mich freuen von Ihren und euren Meinungen zu lesen. Schreiben Sie bzw. schreibt mir gerne eine E-Mail, dann werde ich Ihre und eure Gedanken sammeln und nächste Woche auf der Homepage veröffentlichen.
E-Mail-Adresse: ronjavinzent@posteo.de
Ich wünsche Ihnen und euch viel Mut, Hoffnung und Gottes Segen.
Herzliche Grüße, Ronja Vinzent
Ostern – das ganze Jahr!
Ihr Lieben, „Was für ein schönes Osterfest. Und dann war das Wetter auch noch so schön!“ Nur zu gerne hätte ich diese Worte sagen können. Es war zwar in der Tat „den Umständen entsprechend“ schön, aber eben nur den Umständen entsprechend. Als früh morgens zwei bekannte Menschen in die Kirche kamen, hatte ich kurzzeitig den inzwischen doch gut unterdrückten Impuls, beide zum Ostergruß zu umarmen. Wir haben uns aber auch ohne Umarmung sehr herzlich ein gesegnetes Osterfest gewünscht. „Der Herr ist auferstanden!“ und die Antwort: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ Wenn auch mit einem Tag ‚Verspätung‘ darf ich Ihnen und euch nachträglich wünschen:„FROHE, GESEGNETE UND FRIEDVOLLE OSTERN!“
‚Karsamstag‘ oder ‚Ostersamstag? Es heißt richtig ‚Karsamstag‘. Kreuzigung bis Auferstehung sind eine Einheit. Und somit ist noch nicht Ostern. „Kar“ kommt von ‚Kara‘, d.h. Leiden. Keine ‚leichten‘ Tage, Karfreitag und Karsamstag. Aber das sind in diesen Wochen alle Tage – nicht leicht.
Es ist schon sehr erfreulich, was jetzt in den Tagen vor Ostern alles über unseren christlichen Glauben und über die Hoffnungen so vieler Menschen zu lesen ist. Die wenigen pessimistischen Stimmen, die einzelnen religiösen Endzeitbeschwörer oder gar die verqueren Äußerungen von Verschwörungstheoretikern können wir getrost vernachlässigen.
Es bestätigt sich gerade, was wir unseren Konfirmanden (und auch anderen) immer wieder mal bei der Frage „Was eigentlich ‚Gemeinde‘ ist und wer dazu gehört?“, nahe bringen will. Nämlich, dass viel mehr Menschen Gemeinde darstellen, als nach außen erkennbar ist. Dass viel mehr Menschen beten, als wir das sehen und wahrnehmen können. Schön, dass sich jetzt mehr Menschen trauen und dazu stehen.
Die Osterhoffnung ist offensichtlich tiefer ‚in uns‘, in vielen von uns verwurzelt, als wir vielleicht dachten. „Der Tod hat nicht das letzte Wort“, das hat gestern in den Tagesthemen nicht nur unser Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm gesagt, so steht es z.B. auch heute in einer Gießener Zeitung in einem Kommentar, so sagen es selbst manche Prominente derzeit in Interviews.
Wir haben zugegebenermaßen ein großes Projekt gestartet, von dem wir vorher nicht wussten, wie umfangreich das wurde, und haben einen Karfreitagsgottesdienst aufgenommen und ins Internet gestellt. Viele Stunden, besonders von denen (Jana und Simon, ganz großen Dank!)), die für Bild und Ton zuständig waren. Die vielen guten Rückmeldungen haben uns ebenso gefreut wie erstaunt. Ich war wirklich von der ‚Attraktivität‘ (etwas unpassendes Wort in dem Zusammenhang) des Karfreitag überrascht. Vikarin Ronja Vinzent hat mich dann aber auch noch mal erinnert, dass in den letzten Jahren zunehmend mehr Menschen in die Karfreitagsgottesdienste kamen. Das stimmt. Vielleicht keine stätig ansteigende Zahl, aber auffällig mehr Menschen.
„Wir gehen hinauf nach Jerusalem“ Lukas 18,31 und EG 545
So heißt ein Gesangbuchlied und so steht es in gewisser Weise über der gesamten Passionszeit. Und da sind wir jetzt angekommen. ‚Jerusalem‘, das steht in dem Zusammenhang für das Leiden der Welt. Für das Leiden Gottes an dem, was entgegen zu seinem Schöpfungswillen an Zerstörerischem, Mörderischem, Ausbeuterischem der Natur, den Tieren und den Menschen Lebensqualität, Freiheit und Leben nimmt.
Und „dennoch“ (Psalm 73) bleibt Gott an unserer Seite. Hält all das Schreckliche mit aus, geht mit in den Tod und hält die Hoffnung lebendig.
Die Hoffnung stirbt für uns, die wir vom Glauben getragen werden, nicht (!) zuletzt. Sie bleibt lebendig – auch im Sterben und im Tod.
Das wollen uns Karfreitag und auch der Karsamstag sagen! Wenn wir stille genug sind und hinhören, hören wir es.
Heute schon, dürfen wir euch und Ihnen, auch im Namen des Kirchenvorstands, wunderschöne Ostertage wünschen. Die nächste Andacht kommt am Dienstag. Im Rahmen der sinnvollerweise eingeschränkten Möglichkeiten feiert Gottes Auferstehung – seinen Aufstand gegen den Tod – ausgiebig. Schaut die Ostergottesdienste im Fernsehen (Sonntag 9:30 Uhr ZDF) und Internet: Osterandacht aus Treis auf Youtube). Nächstes Jahr werden wir das dann wieder gemeinsam feiern!
Bleibt behütet, Gott segne uns.
Traugott Stein, Pfr. und Ronja Vinzent, Vikarin
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Hintergrund
Unsere Tradition des Gründonnerstagsfestes lehnt sich an die jüdische Tradition des Passah-Festes an, denn nach christlicher Überlieferung des zweiten Testaments, feierte Jesus noch am Abend bevor er dann den römischen Besetzern ausgeliefert wurde, zusammen mit seinen Freund*innen gemeinsam das Passah-Fest. An diesem erinnern sich Jüd*innen bis heute an die Befreiung aus der Versklavung und den Auszug aus Ägypten- hierfür kommen Familien zusammen, alt und jung und es gibt ein ganz ausgiebiges Festessen. Bei diesem hat jede Speise eine symbolische Bedeutung und die Kinder fragen die Alten nach der Bedeutung- durch die Erklärungen setzt sich nach und nach die Geschichte der Befreiung zusammen. Zu Essen gibt es zum Beispiel Lamm, bittere Kräuter und ungesäuertes Brot. (Vgl. Exodus 12, 3-10)
Liebe Gemeinde,
heute Abend wären wir eigentlich in der Kirche auf dem Kirchberg zusammen gekommen. Wir hätten zusammen gegessen, Lieder gesungen, Worte aus der Bibel gehört und Gott gedankt. Leider ist es heute nicht möglich, aber vielleicht können wir es uns vorstellen, wie es sich anfühlt mit Jesus am Tisch zu sitzen. Jesus wurde von seinen Feinden Fresser und Säufer genannt. Er feierte und genoss das Leben. Aber es waren keine normalen Zusammenkünfte, die er organisierte. Er versammelte alle, die sonst aus der Gesellschaft ausgeschlossen waren: Wohnungslose, Kranke, Unterdrückte, Sex-Arbeiterinnen,...all diejenigen, die gerne vergessen und verschwiegen werden, weil sie nicht rein passen... in unsere Vorstellungen.
Auch, wenn wir heute nicht zusammen kommen können, sind wir eingeladen uns von dieser Botschaft berühren zu lassen. Wenn wir nach Corona wieder zusammen kommen, die Schere zwischen Arm und Reich noch größer wurde, noch mehr Menschen arbeitslos sind und wir uns an eine Solidarität gewöhnt haben, die an den Grenzen des eigenen Landes endet, dann brauchen wir Feste, wie das an Gründonnerstag, um uns daran zu erinnern, dass wir alle Nähe, Freude und Gemeinschaft brauchen. Vielleicht lässt uns das Bild von Jesus mit all den Ausgestoßenen, Verschwiegenen und unsichtbar gemachten Menschen dann wieder neu erahnen, dass eine andere Welt möglich ist.
Ich wünsche Ihnen und euch einen gesegneten Gründonnerstag mit Mut und Hoffnung.
Gott segne Sie und euch!
Herzliche Grüße, Ronja Vinzent
Mitgehen Ich war nicht sicher, ob ich lachen oder weinen sollte: 50 von mehreren Tausenden Kindern, die auf der Flucht sind? 50 von 20.000, manche sagen sogar 25.000 Kinder auf den griechischen Inseln. 50 unbegleitete Kinder, will Deutschland aufnehmen – und das auch nur, wenn andere europäische Staaten mitmachen. Kinder, von denen manche in dem Flüchtlingslager „Moria“ leben müssen. „Moria“, konzipiert für 3000 Geflüchtete – inzwischen sind es über 20.000 Menschen, die dort…ja, was soll ich sagen?...hausen, dahin vegetieren, gehalten werden? ‚Abgehalten werden‘ trifft es vielleicht am besten. Viele Milliarden lassen es sich die europäischen Staaten kosten, Menschen auf der Flucht, auf der Suche nach Sicherheit, nach Freiheit, nach Zukunft aufzuhalten und ‚abzuhalten‘, nach Europa zu kommen. Ich glaube nicht, dass sich diese mächtige Energie aus Verzweiflung, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Überlebenswille und Freiheitsdrang an den Grenzen dauerhaft aufhalten lässt. Schon gar nicht, wenn Menschen menschenunwürdig in solchen Lagern wie Moria (ab)gehalten werden. Katrin Glatz-Brubakk, norwegische Kinderpsychologin von „Ärzte ohne Grenzen“ weiß, worunter ihre jungen Patienten im Lager leiden:
„Die Kinder und Jugendlichen kommen durch Krieg und Flucht schon teils mehrfach traumatisiert ins Camp. Die Lebensbedingungen hier machen sie noch kränker. Ich erlebe ganz kleine Kinder, bis zu Zweijährige, die sich selber beißen oder sich Haare ausreißen, weil sie so traumatisiert sind, dass sie nicht mehr wissen, wohin mit sich und ihren Gefühlen. Es sind Kinder, die sich total unreguliert verhalten. Manche schlagen den Kopf gegen die Wand.“ (Der Tagesspiegel)
Das Zitat stammt aus dem Oktober 2019. Zu der Zeit waren ‚nur‘ 13.000 Menschen in dem Lager und Frau Glatz-Brubakk als einzige Kinderpsychologin für 4000 (!) potentiell traumatisierte Kinder und Jugendliche zuständig. Über den Winter sind die Zustände dramatisch schlimmer geworden.Lasst uns gehen, den Herrn anzuflehen und zu suchen den Herrn Zebaoth; wir wollen mit euch gehen. Sacharja 8, 21
Eure Traurigkeit soll zur Freude werden. Joh.-Ev., Kap. 16, 20
„Es ist unmöglich,
dass ein Mensch in die Sonne schaut,
ohne dass sein Angesicht davon hell wird.“
Wir kennen den Wunsch, uns dem Licht zuzuwenden, heller zu werden, die Schatten vergangener Belastungen hinter uns zu lassen. Gottes Liebe möge uns direkt ins Herz scheinen, das kühle Gemüt erwärmen und die Seele zum Leuchten bringen. Gottes Kraft lasse uns strahlen von innen heraus und anderen ein Licht sein. (Dr. Martin Zentgraf) Bleibt behütet, Gott segne uns. Traugott Stein, Pfarrer --------------------------------------------- „Eindrückliche“ Zeit! Ihr Lieben, aus dem Kloster Königsmünster in Meschede habe ich vor einigen Jahren aus der dortigen Schmiede eine kleine Metalltafel erworben. Ein Kreuz eingedrückt in die unebene, etwas wellige Oberfläche. Ich weiß nicht, was das für ein Metall ist, aber es ist ein relativ weiches Material. Einen „Eindruck“ hinterlassen – das geschieht ständig, wenn wir miteinander zu tun haben. Da geht es manchmal um Momenthaftes, um die Tagesform. Es geht aber meist auch um das Grundsätzliche, um unser Inneres, unser Wesen, unseren Charakter. Wir spüren gegenseitig wie „wir sind“. In den ersten Tagen der Corona-Krise hieß es: „Das ist ein Charaktertest.“ Ja, jetzt zeigt sich, wie wir sind. Wie wichtig wir uns sind. Wie wir geprägt sind und was in uns „eingedrückt“ ist. Erziehung, Werte und Glaube sind dabei ganz wichtig. Wir hatten ja die Möglichkeit angeboten für den Gottesdienst, den wir für Karfreitag aufnehmen, Gebetsanliegen an uns weiter zu geben. In einem heißt es: „Unser Leben wird um Vieles reicher, wenn wir versuchen, das Füreinander in den jetzigen, besonderen Alltag hineinzunehmen. Da helfen junge Menschen alten Leuten, Kranken, Pflegebedürftigen, die sie gar nicht kennen. Solche Begegnungen können „Sternstunden“ sein, …“ Ja genau. Wir lassen unseren „Eindruck“ nach außen. Lassen ihn andere spüren, die uns auf unterschiedliche Weise brauchen.Jesus sprach zu den Jüngern: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben? Markus 4,40
Evtl. lebt jemand in der Nachbarschaft, die/der das auch gerne täglich lesen würde. Vielleicht können Sie die Andacht ausdrucken und verteilen. Danke!
Teilen Sie bitte unsere Adresse: evangelisch-kirchberg.ekhn.de
Lobet Gott in den Versammlungen. Psalm 68, 27
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Friede euch allen
Ihr Lieben, gestern haben wir vom Kirchturm das hebräische Lied ‚Hevenu schalom alejchem‘ geblasen. Freitags um 18:00 Uhr beginnt der Schabbat für unsere jüdischen Schwestern und Brüder. Für Christen wurde in der frühen Christenheit, sozusagen parallel zum Judentum der Sonntag zum heiligen Tag. Weil am „ersten Tag der Woche“ (nach jüdischem und somit auch nach neutestamentlichem Verständnis) Jesus aus dem Tod zu einem neuen, grenzenlosen Leben auferstand. Wir spüren hier und da noch die vor Jahrzehnten noch verwurzeltere Tradition, dass am Samstag alles schön gemacht und für den Sonntag vorbereitet sein muss. „Samstags wird die Gass‘ gekehrt!“ ist eine der letzten privaten Maßregelungen, die die Vorbereitung dieses nach wie vor besonderen Tages betrifft. Auch wenn wir im dörflichen Leben – wobei wir ja genau genommen “im städtischen“ sagen müssten – so gut wie keine jüdischen Realitäten erleben, war es uns gestern wichtig, unsere Nähe zur jüdischen Religion, aus der sich die unsrige entwickelt hat, durch dieses Lied zu zeigen.‚Hevenu schalom alejchem‘ – ‚Wir wollen Frieden euch allen‘. Evangelische Gesangbuch Nr. 433
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Meine Zeit steht in deinen Händen. Psalm 31, 16a
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Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6, 2
Evtl. lebt jemand in der Nachbarschaft, die/der das auch gerne täglich lesen würde. Vielleicht können Sie die Andacht ausdrucken und verteilen. Danke!
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In Ängsten – und siehe wir leben Motto des Kirchentags 1975
Liebe Brüder und Schwestern, stellt euch mit eurem ganzen Leben Gott zur Verfügung. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt. Ihm auf diese Weise zu dienen ist der wahre Gottesdienst und die angemessene Antwort auf seine Liebe…Wer Bedürftige unterstützt, soll das gerecht und unparteiisch tun…Wer sich um Menschen in Not kümmert, der soll es gerne tun…Freut euch mit den Fröhlichen! Weint aber auch mit den Trauernden! Römerbrief, Kap. 12
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Andere Zeit Liebe Gemeinde, was machen Sie jetzt mit Ihrer Zeit? Und mich interessiert sehr, was machen Sie anders? Vielleicht werden wir in ein paar Wochen, in ein paar Monaten uns Zeit nehmen und uns erzählen. Erzählen, was wir in diesen Wochen von Einschränkung, Zurückhaltung, Ausgangsbeschränkung, was wir in dieser ‚anderen‘ Zeit gelassen und gemacht haben – und, was diese Zeit mit uns gemacht hat. Es gibt in Hamburg einen Verein mit Namen ‚Andere Zeiten‘. Im Leitbild dieses ökumenisch orientierten Vereins heißt es sinngemäß, dass er den Menschen die Besonderheit, Wichtigkeit und Schönheit der Sonn- und Feiertage durch Texte, Bilder, Kalender nahebringen möchte. Ich selbst hab‘ die Arbeit dieses Vereins durch den Adventskalender ‚Der Andere Advent‘, der jährlich erscheint, kennengelernt. Die Veröffentlichungen bieten sich nicht nur für einen selbst, sondern auch sehr gut als Geschenk an. Wunderschöne Bilder und immer wieder gute, sehr ansprechende Texte erreichen das, was der Verein will: Sonn- und Feiertage sind keine All-Tage. Und gerade auch Zeiten wie der Advent oder Fastenzeiten bieten gute Möglichkeiten, das eigene Leben zu überdenken und ‚anders‘ zu leben. Wir sind ja zurzeit in der Passions- in der Fastenzeit. Wenn auch für viele von uns nicht freiwillig, so machen wir gerade das, was Fasten eigentlich für uns will: zur Ruhe kommen, innehalten und hinschauen, das eigene Handeln überdenken und entstehenden Freiraum mit Neuem füllen. Diese Tage machen uns demütig, werfen uns zurück auf Wesentliches. Und meine große Hoffnung ist, dass sie uns trotz vermeintlicher Einschränkungen DANKBAR machen – und das nachhaltig. „Behutsam leise nimmst du fort die Dämmrung von der Erde, sprichst jeden Morgen neu dein Wort: Es werde, es werde! Es werde Licht an diesem Morgen, in dem das Alte neu erstrahlt, erscheinen wird, was noch verborgen, in Farben bunt das Leben malt. Es werde Licht für die Menschen in jedem Land. Halt über uns deine segnende Hand. (Raymund Weber) Der Text ist aus einem der vielen schönen Lieder in dem neuen Beiheft „EGplus“ zum Kirchengesangbuch. Auf die Stimme Gottes hören und Neues zulassen – das fällt uns im Alltagsgeschäft schwer. Ich bin sicher, dass Sie in diesen Wochen so manches NEU sehen und hören und manches NEUE sehen und hören. Heute an diesem sonnigen, kalten, klaren Morgen, da können wir das Leben mit all seinen ‚bunten Farben‘, mit der ganzen Gefühlspalette und den vielen Facetten von Lebensgestaltung sehen. Das ist uns alles geschenkt. Und in ganz vielen Momenten unserer Lebens-Zeit, entscheiden wir, ob etwas und was ‚anders‘ werden kann. Ich wünsche und bete für uns, dass Gott uns „die Ohren, die hören und Augen, die sehen und ein weites Herz, andere zu verstehen“ gibt, dass die derzeitige ‚andere Zeit‘ eine sinnerfüllte Zeit für uns wird. Bleiben Sie behütet, Gott segne uns. Traugott Stein, Pfarrer---------------------------------------
Gebet und Singen
Ihr Lieben, das war eine bemerkenswerte Geste vom Papst gestern auf dem Petersplatz in Rom. Ohne Gläubige vor Ort, aber sicher Millionen, die es erreicht hat. Mich auch. Sein Gebet, den Wortlaut hab‘ ich leider noch nicht gefunden, hat mir sehr gut gefallen. „Deine Erde, die du, Gott, viel mehr liebst als wir“ hat er gesagt. Und dann hat er unsere von Gier und Rücksichtslosigkeit geprägte Haltung gegenüber dem Planeten, auf und von dem wir leben im Gebet vor Gott gebracht. Es geht ihm um Schuld und Vergebung. Das ist sicher richtig und nötig. Wenn ich jetzt täglich allein in der Kirche bin und bete, hat das zum einen natürlich keine direkte Außenwirkung. Darum geht es auch nicht. Zum anderen geht es mir im Gebet mit Gott darum, dass wir zur Einsicht kommen: Konsequent handeln, Rückschritte wagen, unseren tiefverwurzelten Egoismus aufbrechen, unser persönliches Wohlergehen, das sicherlich sehr wichtig ist, hinter das der anderen stellen, verstehen, dass wir NUR ein Teil dieser Erde sind – nicht weniger, aber vor allem nicht mehr. Die Corona-Herausforderung macht uns so manches klar. Eines auf jeden Fall auch: wir sind alle gleich. Die Pandemie verbreitet sich über die gesamte Welt und das Virus kann jeden befallen. Alte, Junge, Regierende, Unterdrückte, Wohlhabende, Obdachlose, Stars, Unberührbare usw. usw. Am Monatsende will ich nochmal ‚zurückschauen‘ auf den Monatsspruch für März:Jesus Christus spricht: Wachet! Markus Evangelium, Kap. 13, 37
Gott,
du bist die Hoffnung, wo Leben verdorrt,
auf steinigem Grund wachse in mir.
Sei keimender Same, sei sicherer Ort,
treib Knospen und blühe in mir.
Und ein neuer Morgen bricht auf dieser Erde
an in einem neuen Tag: blühe in mir.
Halte mich geborgen fest in deiner starken Hand
und segne mich,
segne mich und deine Erde. (Gregor Linßen)
Bleiben Sie wachsam und behütet. Gott segne uns. Traugott Stein, Pfr.
Evtl. lebt jemand in der Nachbarschaft, die/der das auch gerne täglich lesen würde. Vielleicht können Sie die Andacht ausdrucken und verteilen. Danke!
Teilen Sie bitte unsere Adresse: evangelisch-kirchberg.ekhn.de
Tägliche Andacht 27.3.2020
Zwischen Angst und Hoffnung
Neben aller Dramatik, die die momentane Situation mit sich bringt, sehe ich auch eine Chance, die vielen von uns gerade geschenkt wird. Ein bisschen mehr Stille und Zeit ohne all die Ablenkungen.
Weniger Events, weniger Kontakte, weniger Konsum. Das ist nicht leicht und immer wieder fühlt es sich auch leer und beängstigend an, so auf sich zurück geworfen zu sein.
Was hören wir, wenn die Welt plötzlich stiller wird? Wenn weniger Autos fahren, weniger Flugzeuge fliegen, weniger Stimmen um uns sind?
Ich denke, wir sind eingeladen hin zu lauschen….nachzuspüren...und das ist bestimmt nicht nur leicht, was dann auf einmal hörbar wird.
Ich spüre in dieser Zeit besonders die Fragilität von allem, von unserem Gesundheits- und Wirtschaftssystem, aber auch von uns selbst. Trotz all unserer Errungenschaften erleben wir, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben und, dass unser Leben auf dieser Erde begrenzt ist.
Und diese Grenze macht Angst. Aber wir sind ihr nicht schutzlos ausgeliefert, und deshalb müssen wir unsere tiefste Angst nicht unterdrücken, sie überspielen, vor ihr davon laufen, uns permanent vor ihr ablenken….weder in Zeiten von Corona, noch danach. Sondern wir dürfen sie da sein lassen, sie in unser Gebet legen und sie vor Gott bringen. Und ich glaube daran, dass sich unsere tiefste Angst um uns und unsere Liebsten im Gebet immer wieder auch transformieren kann…
in Wachheit und Mitmenschlichkeit.
Gnädiger Gott.
In der Stille stehen wir vor dir mit allem, was uns das Herz schwer macht.
Sei uns nahe in dieser schweren Zeit und öffne unser Herz für unsere Mitmenschen.
Wir bitten dich für alle Ärztinnen und Pfleger in den Krankenhäusern, für alle traurigen und alten Menschen und für all diejenigen Menschen, die an der türkisch-griechischen Grenze ausharren müssen und die nicht Zuhause bleiben können, weil sie kein Zuhause haben.
Amen.
Bleibt gesund und behütet.
Herzliche Grüße, Ronja Vinzent
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